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Für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen

Communities That Care (CTC) ist ein Präventionssystem, das Kommunen befähigt, die psychische und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern und Problemverhalten wie Substanzkonsum, Gewalt und Schulabbruch wirksam vorzubeugen. Mit CTC arbeitet Ihre Kommune datenbasiert, evidenzinformiert und gemeinschaftlich. Bereits 55 Kommunen und Landkreise arbeiten in Deutschland mit dieser Methode.

Lächelnde Jugendliche – Communities That Care steht für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen.
Drei Grundprinzipien

Unser Ethos.

Communities That Care steht für einen wissenschaftlich fundierten, gemeinschaftlich getragenen Ansatz zur Förderung des gesunden und sicheren Aufwachsens aller Kinder und Jugendlichen.

  1. Symbol für den fünfphasigen CTC-Prozess: blauer Kreis mit Zahnrad

    Systematischer Ansatz

    Wir setzen auf strukturierte Methoden, die Kommunen befähigen, selbständig zu handeln. Der fünfphasige CTC-Prozess verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit lokaler Expertise. Durch klare Struktur und systematisches Vorgehen unterstützen wir Kommunen dabei, nachhaltige Präventionsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

  2. Symbol für das bundesweite Netzwerk: grüner Kreis mit Standort-Pin

    Kommunales Netzwerk

    Unser Netzwerk wächst stetig in ganz Deutschland. Von Niedersachsen über Baden-Württemberg bis Rheinland-Pfalz: 55 Kommunen und Landkreise arbeiten bereits mit dem CTC-Ansatz. Durch regelmäßigen Austausch und gemeinsames Lernen stärken wir die bundesweite Präventionslandschaft und bieten überall lokale Unterstützung.

  3. Symbol für evidenzbasierte Wirkung: lavendelfarbener Kreis mit Zahnrad-Wirkungsmodell

    Was wirklich wirkt

    Wirksamkeit und Evidenz stehen im Zentrum unserer Arbeit. Mit dem Modell der sozialen Entwicklung, dem validierten CTC-Schülersurvey und der Grünen Liste Prävention setzen wir auf wissenschaftlich fundierte Instrumente. Unser Anspruch: Kommunen dabei unterstützen, ihre begrenzten Ressourcen in Maßnahmen zu investieren, die nachweislich wirken.

Methode

Prävention mit System.

„Communities That Care – CTC" ist eine Methode, die Kommunen zur Planung und Steuerung ihrer Präventionsarbeit einsetzen können. Vorhandene Bedarfe und Ressourcen in der Prävention können mit CTC ermittelt, sowie effektive Maßnahmen und Programme „nach Maß" eingesetzt werden.

  • Datenbasierte Analyse vor Ort statt Bauchgefühl
  • Evidenzbasierte Programme aus der Grünen Liste Prävention
  • Sektorübergreifende Koalition aus Verwaltung, Schule, Polizei und Vereinen
  • Wiederholbare Wirkungsmessung durch die CTC-Schülerbefragung
Illustration des Communities That Care Ansatzes
5 Phasen · Ein Prozess

Das Fünf-Phasen-Modell.

Der CTC-Prozess führt Ihre Kommune in fünf klar definierten Phasen zur passgenauen, wirksamen und nachhaltigen Prävention. Klicken Sie auf einen Schritt – die Grafik zeigt den jeweiligen Bereich im Gesamtbild.

  • Sind gute Voraussetzungen für die Anwendung von CTC in der Kommune vorhanden?
  • Unterstützen kommunale Schlüsselakteure eine gemeinsame Präventionsstrategie?
  • Welche schon bestehenden Strukturen in der Kommune können für die Umsetzung von CTC genutzt werden?

Wirksamkeit

Nachhaltige Wirkung

Die Wirksamkeit von Communities That Care ist vielfach wissenschaftlich belegt. Die hier gezeigten Effektgrößen stammen aus der Community Youth Development Study (CYDS), der bislang methodisch stärksten randomisierten kontrollierten Langzeitstudie zu kommunaler Prävention. Erste Ergebnisse der deutschen CTC-EFF-Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (BMBF, 2021–2023) bestätigen positive Effekte auch für deutsche Kommunen.

Hauptergebnis
+49 %
höhere Wahrscheinlichkeit vollständiger Substanz-Abstinenz
02
+30 %
höhere Wahrscheinlichkeit für Tabak-Abstinenz
03
−11 %
weniger Gewaltvorfälle bis ins Erwachsenenalter
04
+18 %
höhere Wahrscheinlichkeit für Abstinenz von antisozialem Verhalten
05
+ Psyche
auch depressive Symptome werden mit-adressiert (gemeinsame Risiko- und Schutzfaktoren)
  1. Studiendesign

    Community Youth Development Study (CYDS)

    24 Kleinstädte in 7 US-Bundesstaaten (Colorado, Illinois, Kansas, Maine, Oregon, Utah, Washington), in 12 Paaren gematcht und 2003 randomisiert auf CTC oder Kontrolle. Eine Kohorte von 4 407 Fünftklässlerinnen und Fünftklässler wurde von der 5. Klasse bis ins junge Erwachsenenalter (Alter 23) begleitet, mit einer Teilnahmerate von 76,4 % zu Studienbeginn und 92,5 % Bindung an die Stichprobe bei der letzten Adoleszenzerhebung. Auf dieser Datenbasis fußen die folgenden fünf Befundwellen.

    Design
    cluster-randomisierte kontrollierte Studie, 12 Paare
    Stichprobe
    n = 4 407
    Teilnahmerate
    76,4 % zu Beginn
    Bindung an die Stichprobe
    92,5 % über die Adoleszenz
    Beobachtungsdauer
    Klasse 5 bis Alter 23
  2. Klasse 8 · Wirtschaftlichkeit

    Schon nach fünf Jahren rechnet sich jeder investierte Dollar.

    Bereits im 8. Schuljahr, knapp drei Jahre nach Beginn der CTC-Implementierung, wies die erste CTC-Kosten-Nutzen-Analyse einen Netto-Gewinn von etwa 5 250 USD pro Kind aus. Die Effekte stammten vor allem aus signifikant geringerem Erstkonsum von Tabak und reduzierter Delinquenz. Selbst unter konservativen Annahmen brachte jeder eingesetzte Dollar 5,30 USD an gesellschaftlichen Folgekosten-Einsparungen, unter plausibleren Annahmen sogar 10,23 USD.

    Quelle
    Hawkins, Kuklinski, Briney 2011, Prevention Science
    Netto-Nutzen
    5 250 USD pro Kind
    Verhältnis (konservativ)
    1 : 5,30
    Verhältnis (plausibel)
    1 : 10,23
    Treiber
    weniger Tabak, weniger Delinquenz
  3. Klasse 8 bis 10 · psychische Gesundheit

    Auch psychische Gesundheit folgt denselben Risiko- und Schutzfaktoren.

    Depressive Symptome teilen weitgehend dieselben Risiko- und Schutzfaktoren wie Substanzkonsum, Delinquenz und antisoziales Verhalten. Eine Längsschnittanalyse aus der CYDS-Kohorte (n = 2 002, 8. und 10. Klasse) zeigte: Wer in einem belasteten familiären, schulischen oder gemeinschaftlichen Umfeld aufwächst, ist gleichzeitig häufiger depressiv und häufiger gewalttätig oder substanzabhängig. Die Autorinnen und Autoren sprechen von Mit-Effekten oder Übertragungseffekten: Ein Präventionsansatz wie CTC, der diese gemeinsamen Faktoren reduziert, kann plausibel auch die psychische Gesundheit verbessern, ohne sie als Primärergebnis zu adressieren. Dieser Mechanismus wird im CTC-Schülersurvey explizit über die validierte CTC-Kurzskala für depressive Symptome beobachtet.

    Quelle
    Monahan, Oesterle, Rhew, Hawkins 2014, J. Community Psychology
    Stichprobe
    n = 2 002 (CYDS-Teilstichprobe)
    Befund
    gemeinsame Risiko- und Schutzfaktoren
    Bestätigt
    querschnittlich und längsschnittlich
    Messinstrument
    CTC-Kurzskala Depression (Hawkins et al. 2016)
  4. Klasse 12 · Verhaltenseffekte

    Weniger Drogen, weniger Delinquenz, weniger Gewalt bis zum Schulabschluss.

    Bis zum Frühjahr der 12. Klasse hatten Jugendliche aus CTC-Kommunen im Vergleich zu Kontroll-Communities eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, vollständig abstinent geblieben zu sein, und zwar bei jeglichem Drogenkonsum, Alkohol, Tabak und Delinquenz. Sie waren zudem seltener jemals gewalttätig geworden. Bemerkenswert: Die Effekte hielten drei Jahre nach dem Auslaufen der Studienförderung an.

    Quelle
    Hawkins, Oesterle, Brown et al. 2014, JAMA Pediatrics
    RR Drogen-Abstinenz
    1,32 (KI 1,06–1,63)
    RR Alkohol-Abstinenz
    1,31 (KI 1,09–1,58)
    RR Tabak-Abstinenz
    1,13 (KI 1,01–1,27)
    RR Delinquenz-Abstinenz
    1,18 (KI 1,03–1,26)
    RR Gewalttat (jemals)
    0,86 (KI 0,76–0,98)
  5. Alter 21 · Lebenszeit-Wirkung

    Die Effekte halten bis ins junge Erwachsenenalter an.

    Im Alter von 21 Jahren, also rund elf Jahre nach Beginn der Intervention, bestätigte das CYDS-Follow-up: Die Lebenszeit-Inzidenz von Substanzkonsum, antisozialem Verhalten und Gewalt ist in CTC-Kommunen weiterhin signifikant geringer. CTC verhindert nicht nur den Erstkonsum in der Adoleszenz, sondern verschiebt das Risikoprofil ganzer Geburtsjahrgänge dauerhaft, auch nachdem die Jugendlichen die Studienkommunen längst verlassen haben.

    Quelle
    Oesterle, Kuklinski, Hawkins et al. 2018, AJPH
    Endgröße
    Lebenszeit-Inzidenz
    Follow-up-Alter
    21 Jahre
    Wirkungsbereiche
    Substanzkonsum · Antisozialität · Gewalt
    Bedeutung
    Wirkung übersteht das Erwachsenwerden
  6. Alter 23 · Langzeit-Wirtschaftlichkeit

    Auch zwölf Jahre nach Studienbeginn rechnet sich CTC weiter.

    Im Alter von 23 Jahren, zwölf Jahre nach Studienbeginn, stieg die Kosten-Nutzen-Bilanz auf rund 1 : 12,88. Damit ist CTC eine der wenigen Präventionsstrategien mit dokumentierter Langzeit-Rendite über mehrere Lebensphasen hinweg: vom Schulalter über den Schulabschluss bis ins junge Erwachsenenalter. Die positiven Effekte auf Substanzkonsum und Delinquenz halten weiterhin an.

    Quelle
    Kuklinski, Oesterle, Briney, Hawkins 2021, Prevention Science
    Verhältnis
    1 : 12,88
    Follow-up-Alter
    23 Jahre
    Beobachtungsdauer
    12 Jahre seit Baseline
    Verlauf über die Wellen
    1 : 5,30 → 1 : 8,22 → 1 : 12,88
  7. Australien · Kosten-Nutzen-Analyse

    Australien bestätigt: CTC rechnet sich auch jenseits der USA.

    Eine Kosten-Nutzen-Analyse der ersten vier australischen CTC-Kommunen (2001–2015) prüfte aus begrenzter gesellschaftlicher Perspektive, ob die durch CTC reduzierte Alkoholnutzung der 10- bis 14-Jährigen die Umsetzungskosten aufwiegt. Ergebnis: AUD 2,60 Rückfluss je investiertem AUD, bei durchschnittlichen Kosten von AUD 48 pro Jugendlicher oder Jugendlichem über 15 Jahre und eingesparten Folgekosten von AUD 123. Der zentrale Unterschied zu den US-Kosten-Nutzen-Analysen: Der australische Ansatz ist deutlich konservativer – er betrachtet nur eine einzige Endgröße (Alkoholkonsum) und nur den Interventionszeitraum, ohne Lebenszeit-Modellierung. Vor allem aber sind die Umsetzungskosten pro Kopf radikal niedriger: AUD 3 pro Jugendlicher und Jahr in Australien gegenüber AUD 199 pro Jugendlicher und Jahr in der US-CYDS-Studie. Das zeigt, dass sich die CTC-Infrastruktur in anderen Gesundheits- und Sozialsystemen deutlich günstiger tragen lässt – ein Befund, der für die deutsche Übertragbarkeit relevant ist.

    Quelle
    Abimanyi-Ochom, Wanni Arachchige Dona, Bohingamu Mudiyanselage, Toumbourou, Rowland et al. 2024, PLOS ONE
    Kontext
    4 CTC-Kommunen, 2001–2015, Alter 10–14
    Kosten-Nutzen-Verhältnis
    1 : 2,6
    Eingesparte Folgekosten
    AUD 123 pro Jugendlicher / 15 Jahre
    Umsetzungskosten AU
    AUD 3 pro Kopf / Jahr
    Vergleich US-CYDS
    AUD 199 pro Kopf / Jahr
    Haupttreiber des Nutzens
    93 % Reduktion von Kriminalität und Gewalt
  8. Deutschland · CTC-EFF

    Die deutsche Replikation: CTC-EFF an der Medizinischen Hochschule Hannover.

    Seit 2009 wird CTC auch in deutschen Kommunen umgesetzt. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte CTC-EFF-Studie der Medizinischen Hochschule Hannover repliziert das CYDS-Design im quasi-experimentellen Setting: 17 CTC-Kommunen werden mit 15 sorgfältig auf demografische, wirtschaftliche und kriminalstatistische Merkmale gematchten Vergleichskommunen verglichen, ergänzt durch eine Befragung von 318 kommunalen Schlüsselpersonen. Die ersten Ergebnisse (2024) zeigen die erwartete Richtung: CTC-Kommunen übernehmen wissenschaftsbasierte Prävention häufiger (OR 1,25). Die Studie bestätigt damit, dass die CTC-Theory-of-Change auf den deutschen Kontext übertragbar ist und liefert die methodische Grundlage für eine belastbare Wirksamkeitsbewertung in Deutschland.

    Quelle
    Röding, von Holt, Decker et al. 2024 (Preprint) + Röding et al. 2022, Prävention und Gesundheitsförderung
    Förderung
    BMBF, 2021–2023
    Design
    quasi-experimentell, gematcht
    Stichprobe (Kommunen)
    17 Interventions- + 15 Vergleichskommunen
    Stichprobe (Schlüsselpersonen)
    n = 318
    Übernahme wiss. Prävention
    OR 1,25 (KI 0,34–4,61)
Videoreihe · 7 Episoden · 21 Min

Communities That Care erklärt.

In sieben Episoden erklären führende Fachleute, wie CTC funktioniert: von der Bedarfsanalyse bis zur Umsetzung.

Prävention nach Maß: Communities That Care kurz erklärt
Episode 01 / 073:45

Prävention nach Maß: Communities That Care kurz erklärt

Jedes Kind und jeder Jugendliche soll die Chance haben, gesund und sicher aufzuwachsen. Doch wie können wir das in unserer Kommune, unserer Schule oder unserem Stadtteil gezielt fördern? In diesem Video stellen wir Ihnen CTC (Communities That Care) vor – eine international anerkannte und wissenschaftlich fundierte Strategie, um das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Führende Fachleute aus Wissenschaft und Praxis erklären, wie CTC funktioniert und welche positiven Effekte in zahlreichen Studien nachgewiesen wurden. Erfahren Sie im Video, wie CTC dabei hilft: ✅ Risikoverhalten wie Drogenkonsum und Delinquenz bei jungen Menschen nachweislich zu senken. ✅ Depressionssymptome zu reduzieren und die psychische Gesundheit zu fördern. ✅ Schutzfaktoren im lokalen Umfeld zu stärken und das soziale Miteinander zu verbessern. ✅ Vorhandene Ressourcen effektiv, datengestützt und wirkungsorientiert einzusetzen. Zu Wort kommen: • Birgitta Månsson (Referentin am Swedish Institute for Applied Prevention Science) • Prof. Dr. Margaret Kuklinski (Direktorin der Social Development Research Group | University of Washington) • Prof. Dr. Günter Dörr (ehem. Direktor Landesinstitut für Präventives Handeln | Saarland) • Katrin Hayn (CTC-Referentin | FINDER Akademie) • Frederick Groeger-Roth (Referent beim Landespräventionsrat Niedersachsen) • Vivien Voit (CTC-Referentin | FINDER Akademie) • Jannis Mouratidis (Dipl.-Soz.-Arb., Sozialmanager | Stadt Wolfsburg)
Aus der Praxis

Stimmen aus der Praxis.

Was sagen Landrätinnen, Koordinatoren und Fachkräfte über ihre Erfahrungen mit Communities That Care vor Ort?

Seit zehn Jahren ist CTC ein wichtiger Baustein der Prävention im Landkreis Emsland. Die Befragung zeigt auf, welche Risikofaktoren und Problemlagen wir in den Fokus nehmen sollten und wo wir gemeinsam mit den Kommunen bereits sehr gute Arbeit leisten. Mit der Überprüfung der Präventionsmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit steht den beteiligten Kommunen ein pragmatisches Instrument zur Verfügung. Wichtig ist, dass wir in Zukunft weiterhin den Blick auf die Kinder und Jugendlichen richten und dabei niemanden außer Acht lassen, um allen ein sicheres Aufwachsen zu ermöglichen. Hierfür bietet CTC mit dem Grundsatz, die bestehenden Netzwerke vor Ort weiter zu stärken, eine hervorragende Basis.

Marc-André BurgdorfLandrat Landkreis Emsland
Bundesweit

Implementierung

Verbreitung in deutschen Kommunen

Aktiv arbeiten Kommunen, Landkreise und Städte in Deutschland mit Communities That Care. Die Karte zeigt die Standorte der laufenden CTC-Implementierungen.

55
Kommunen, Landkreise und Städte

arbeiten heute mit Communities That Care – von Niedersachsen bis Baden-Württemberg.

130
Schulen

setzen den CTC-Ansatz im Rahmen von Schools That Care und Weitblick auf Ebene einzelner Schulen um.

Communities That Care
PiT Ostsachsen
Schools That Care
Weitblick

Kartengrundlage: Natural Earth (CC0) – eigene Darstellung

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen.

Antworten auf die häufigsten Fragen zur Einführung, Wirksamkeit und Finanzierung von Communities That Care.

Wie läuft der CTC-Prozess in unserer Kommune ab und wie aufwändig ist das?

CTC folgt einem strukturierten 5-Phasen-Prozess, der in der Regel über einen Zeitraum von ca. 1,5 bis 2 Jahren für den ersten Durchlauf angelegt ist und danach zyklisch fortgeführt wird:

  1. Vorbereiten: Schlüsselpersonen gewinnen, Rahmenbedingungen klären.
  2. Organisieren & Rückhalt schaffen: Eine lokale Koalition (Lenkungsgruppe/Gebietsteam) gründen, CTC-Koordination benennen, Schülerbefragung durchführen.
  3. Gebietsprofil erstellen: Lokale Daten (Survey, Statistik) analysieren, Risiko- und Schutzfaktoren identifizieren und priorisieren, bestehende Angebote erfassen.
  4. Aktionsplan erstellen: Messbare Ziele definieren, evidenzbasierte Programme auswählen, Umsetzungsplan entwickeln.
  5. Aktionsplan umsetzen & evaluieren: Maßnahmen durchführen, Monitoring, erneute Befragung zur Erfolgskontrolle, Anpassung des Plans.

Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. CTC erfordert:

  • Politischer Wille und Beschluss: Die Kommune muss hinter dem Ansatz stehen.
  • Engagierte Koalition: Aktive Mitarbeit von Schlüsselpersonen aus verschiedenen Bereichen.
  • Dedizierte Koordination: Eine Person (oder Stelle) muss den Prozess steuern. Empfohlen wird mindestens ein halber Stellenanteil (0,5 VZÄ), um die Netzwerkarbeit und Prozessbegleitung zu gewährleisten.
  • Bereitschaft zur Datennutzung: Offenheit für die Ergebnisse der Befragung und datengestützte Entscheidungen.
  • Ressourcen für Maßnahmen: Finanzielle und personelle Mittel für die Umsetzung der ausgewählten Präventionsprogramme.
Welche Unterstützung erhalten wir bei der Einführung und Umsetzung von CTC?

Kommunen, die sich für CTC entscheiden, werden nicht alleingelassen. Sie erhalten umfassende Unterstützung:

  • Zertifizierte Trainer/Berater: Externe Experten (z.B. in Niedersachsen der dortige Landespräventionsrat oder bundesweit die  FINDER Akademie) begleiten den gesamten Prozess.
  • Standardisierte Schulungen: Für jede der 5 Phasen gibt es spezifische Trainingsmodule, die das notwendige Wissen und die Methoden vermitteln.
  • Prozessbegleitung & Moderation: Unterstützung bei der Organisation und Durchführung von Koalitionstreffen, Workshops und Planungsprozessen.

Instrumente & Werkzeuge:

  • CTC-Jugendsurvey: Standardisierter Fragebogen zur Datenerhebung.
  • Unterstützung bei der Datenauswertung: Hilfe bei der Interpretation der Survey-Ergebnisse und Erstellung des Gebietsprofils.
  • „Grüne Liste Prävention“: Online-Register zur Auswahl geprüfter, evidenzbasierter Programme.
  • Handbücher & Materialien: Leitfäden und Vorlagen für die praktische Arbeit.
  • Netzwerk & Austausch: Bundesweite und regionale CTC-Treffen ermöglichen den Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen.
  • Bündnis für CTC in Deutschland: Die nationale Transferstelle bietet übergeordnete Unterstützung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Ansatzes in Deutschland.

Diese Unterstützung zielt darauf ab, die kommunalen Akteure zu befähigen, den CTC-Prozess erfolgreich und nachhaltig zu gestalten.

Welche Kosten entstehen durch CTC und wie kann die Finanzierung aussehen?

Die Kosten für CTC setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:

  • Externe Prozessbegleitung: Kosten für erfahrene CTC-Trainerinnen und -Trainer, die Schulungen für die Koalition durchführen, den Prozess moderieren und beraten. Diese Kosten sind oft auf Stundenbasis kalkuliert und richten sich nach dem Begleitungsbedarf über die 5 Phasen. Diese Leistung ist nur zur Einführung von CTC erforderlich,
  • CTC-Jugendsurvey: Kosten für die Durchführung und Auswertung der standardisierten Schülerbefragung.
  • Interne Ressourcen: Personalkosten für die lokale CTC-Koordination (mind. 0,5 VZÄ empfohlen) und Zeitressourcen der beteiligten Akteure in der Koalition.
  • Maßnahmenumsetzung: Kosten für die Einführung und Durchführung der ausgewählten evidenzbasierten Präventionsprogramme.

Finanzierungsmöglichkeiten:

  • Kommunaler Haushalt: Eigene Mittel der Stadt, des Landkreises oder der Gemeinde.
  • Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Förderung nach § 20a SGB V (Präventionsgesetz) ist eine häufig genutzte Option, oft für die Prozessbegleitung oder spezifische Maßnahmen in Lebenswelten. Hier ist in der Regel ein Eigenanteil der Kommune erforderlich. Die FINDER Akademie verfügt über langjährige Erfahrung bei der Beantragung dieser Mittel und unterstützt Kommunen aktiv dabei.
  • Andere Fördermittel: Mittel der Jugendhilfe, schulische Budgets, Stiftungen, Landesprogramme, EU-Mittel etc.
  • Ressourcenbündelung: Teilen von Personal- oder Sachressourcen zwischen beteiligten Organisationen.

Eine nachhaltige Finanzierungsstrategie kombiniert oft mehrere dieser Quellen.

Was genau ist Communities That Care (CTC) und was will es erreichen?

Communities That Care (CTC) ist ein international anerkannter und wissenschaftlich fundierter Ansatz zur kommunalen Prävention und Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche. Es ist keine einzelne Maßnahme, sondern ein strategisches System, das Kommunen dabei unterstützt, Problemverhalten wie Substanzkonsum, Gewalt, Delinquenz und Schulabbrüche wirksam vorzubeugen und ein gesundes Aufwachsen zu fördern.

Das Hauptziel ist es, Kommunen zu befähigen (Empowerment), ihre Präventionsarbeit auf Basis lokaler Daten (insbesondere durch den CTC-Jugendsurvey) zu planen, evidenzbasierte Programme passgenau auszuwählen (mithilfe der „Grünen Liste Prävention“) und diese qualitätsgesichert umzusetzen. CTC stärkt die intersektorale Zusammenarbeit verschiedener Akteure (Verwaltung, Schulen, Jugendhilfe, Polizei, Gesundheitswesen, Vereine etc.) und fördert die Partizipation der Gemeinschaft.

Ist die Wirksamkeit von CTC wissenschaftlich belegt?

Ja, die Wirksamkeit von CTC ist umfassend wissenschaftlich untersucht und belegt. Die wichtigste Studie ist die Community Youth Development Study (CYDS) aus den USA, eine randomisierte kontrollierte Studie mit über 4.400 Jugendlichen, die über viele Jahre begleitet wurden.

Die Ergebnisse zeigen:

  • Signifikante Reduktion von Problemverhalten: Jugendliche in CTC-Kommunen zeigten geringere Raten bei Substanzkonsum, Gewalt und Delinquenz.
  • Langfristige Effekte: Diese positiven Wirkungen hielten bis ins junge Erwachsenenalter (mind. bis 21/23 Jahre) an.
  • Wirkmechanismus bestätigt: CTC führt nachweislich zu einer besseren kommunalen Zusammenarbeit und zur Übernahme wissenschaftsbasierter Präventionsansätze.
  • Kosteneffektivität: CTC ist eine lohnende Investition, da jeder investierte Euro durch vermiedene Folgekosten ein Vielfaches an gesellschaftlichem Nutzen bringt.

Auch für Deutschland gibt es positive Hinweise aus der CTC-EFF-Studie. Diese zeigt, dass CTC die kommunale Präventionsarbeit stärkt und dass eine höhere kommunale Kapazität (gestärkt durch CTC) mit geringerem Substanzkonsum bei Jugendlichen zusammenhängt.

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