Vom Forschungsansatz zur deutschen Präventionspraxis.
Wie aus einem in den 1980er Jahren entwickelten Forschungsansatz von J. David Hawkins und Richard F. Catalano eine Methode wurde, mit der heute 55 deutsche Kommunen ihre Präventionsarbeit planen, steuern und auswerten.
Sieben Stationen, eine Methode.
- 1980er1980er
Die Vision aus der Forschung
University of WashingtonJ. David Hawkins und Richard F. Catalano bündeln jahrzehntelange Präventionsforschung in einem systematischen Ansatz – das Modell der sozialen Entwicklung wird zur theoretischen Grundlage von CTC.
- 1990er1990er
Partizipative Erprobung
Hunderte KommunenCTC wird mit Hunderten Gemeinden praktisch erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt – entlang der heutigen fünf Phasen.
- 20032003
Community Youth Development Study
24 KommunenEine randomisierte kontrollierte Studie begleitet 4.400 Jugendliche von der 5. Klasse bis ins Erwachsenenalter – die Wirkung von CTC ist erstmals umfassend belegt.
- 20092009
Ankunft in Deutschland
NiedersachsenIm EU-Projekt SPIN überträgt der Landespräventionsrat Niedersachsen CTC nach Deutschland – strukturell, kulturell und sprachlich an den deutschen Kontext angepasst.
- 20112011
Grüne Liste Prävention
LPR NiedersachsenEin deutsches Evidenzregister für Präventionsprogramme entsteht – heute der zentrale Werkzeugkasten für CTC-Kommunen in Phase 4.
- 20182018
Bundesweite Koordination
DFK + FINDERDie Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention und die FINDER Akademie übernehmen die bundesweite Verbreitung und Qualitätssicherung.
- HeuteHeute
Eine wachsende Bewegung
55 KommunenStädte, Landkreise und Stadtteile in mehreren Bundesländern arbeiten mit CTC – und tauschen Erfahrungen über das CTC-Team aus.
Inhaltsverzeichnis
- 01Die Anfänge: Eine Vision aus der Sozialen Arbeit
- 02Entwicklung und Verbreitung in den USA: Ein partizipativer Prozess
- 03Wissenschaftliche Bestätigung: Die Community Youth Development Study (CYDS)
- 04Ankunft und Anpassung in Deutschland: Vom Modellprojekt zur Bewegung
- 05CTC heute in Deutschland: Verbreitung, Forschung und Ausblick
Die Anfänge: Eine Vision aus der Sozialen Arbeit
Die Wurzeln von Communities That Care (CTC) reichen zurück in die frühen 1980er Jahre an die Universität Washington in Seattle. Die dortige Social Development Research Group (SDRG) – angesiedelt an der School of Social Work, der Fakultät für Soziale Arbeit – begann unter der Leitung von J. David Hawkins und Richard F. Catalano, die Erkenntnisse aus jahrzehntelanger Präventionsforschung zu bündeln. CTC stammt damit aus der Sozialen Arbeit selbst: Seine Urheber beschreiben es ausdrücklich als Modell sozialarbeiterischer Praxis, das in der Tradition der (Community Organizing) steht. Ihr Ziel war es, einen wirksamen Ansatz zur Prävention von Problemverhalten bei Heranwachsenden – insbesondere Substanzmissbrauch, Gewalt und Delinquenz – zu entwickeln, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.
Die zentrale Idee war von Anfang an, nicht nur einzelne Verhaltensweisen zu adressieren, sondern die zugrundeliegenden Risiko- und Schutzfaktoren in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen (Familie, Schule, Freundeskreis, Kommune) zu identifizieren und gezielt zu beeinflussen. Aufbauend auf dem Modell der sozialen Entwicklung (Social Development Model) erkannten die Forscher: Um nachhaltige, positive Veränderungen im Leben junger Menschen zu bewirken, müssen Kommunen selbst in die Lage versetzt werden – sie müssen das Wissen und die Werkzeuge erhalten –, evidenzbasierte Entscheidungen für ihre Präventionsarbeit zu treffen und diese umzusetzen. Es ging darum, Kommunen zu befähigen („Empowerment“), lokale Bedarfe objektiv zu erkennen und wirksam anzugehen.
Entwicklung und Verbreitung in den USA: Ein partizipativer Prozess
In den späten 1980er und den 1990er Jahren wurde CTC in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit hunderten amerikanischen Gemeinden (zeitweise über 470) praktisch erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt. Das System wurde an die Bedürfnisse unterschiedlicher Kommunen angepasst. Ein Kernanliegen war es, zwei verbreitete Probleme in der Präventionspraxis zu überwinden: den Einsatz von Maßnahmen ohne ausreichende wissenschaftliche Evidenz und die oft unzureichende Umsetzung (Implementation) von nachweislich effektiven Programmen.
CTC wurde daher darauf ausgerichtet, lokale Koalitionen aus verschiedener Sektoren (Verwaltung, Schulen, Jugendhilfe, Polizei, Gesundheitswesen, Zivilgesellschaft etc.) aufzubauen und zu schulen. Diese Koalitionen lernen, mithilfe des CTC-Jugendsurveys (einer standardisierten Befragung von Schülerinnen und Schülern) die spezifischen in ihrer Gemeinde zu identifizieren, Prioritäten zu setzen und passgenaue, evidenzbasierte Präventionsprogramme auszuwählen und qualitätsgesichert umzusetzen. Das strukturierte Vorgehen in fünf Phasen (Vorbereiten, Organisieren, Profil erstellen, Planen, Umsetzen & Evaluieren) mit klaren Meilensteinen wurde zum Markenzeichen von CTC.
Die Ergebnisse überzeugten: Gemeinden, die mit CTC arbeiteten, verzeichneten messbar bessere Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu Kontrollgemeinden.
Wissenschaftliche Bestätigung: Die Community Youth Development Study (CYDS)
Der wissenschaftliche Durchbruch und die Bestätigung der Wirksamkeit von CTC kamen mit der Community Youth Development Study (CYDS). Diese 2003 gestartete, randomisierte kontrollierte Studie () in 24 ländlichen Gemeinden aus sieben US-Bundesstaaten begleitete über 4.400 Jugendliche von der 5. Klasse bis ins junge Erwachsenenalter.
Die Ergebnisse der waren eindeutig und bestätigten das von CTC:
- Systemveränderung: CTC-Kommunen übernahmen nachweislich häufiger einen wissenschaftsbasierten Präventionsansatz und verbesserten die intersektorale Zusammenarbeit.
- Reduzierte Risikofaktoren & gestärkte Schutzfaktoren: Gezielte Interventionen führten zu messbaren Verbesserungen bei den priorisierten Faktoren.
- Weniger Problemverhalten: Jugendliche in CTC-Kommunen begannen später mit dem Konsum von Alkohol und Tabak, zeigten signifikant niedrigere Raten bei Substanzkonsum (Alkohol, Tabak, Marihuana, Inhalantien – besonders bei Jungen), Gewalt und Delinquenz.
- Langzeiteffekte: Besonders beeindruckend war, dass diese positiven Effekte bis ins junge Erwachsenenalter (mindestens bis zum Alter von 21 bzw. 23 Jahren) anhielten, also auch Jahre nach der intensivsten Phase der Programminstallation in der frühen Jugend.
- Kosteneffektivität: Ökonomische Analysen zeigten zudem, dass jeder in CTC investierte Dollar einen erheblichen gesellschaftlichen Nutzen (Return on Investment von bis zu 1:12 für primäre und 1:30 für sekundäre Outcomes) generierte, indem spätere Kosten im Gesundheits-, Sozial- und Justizsystem vermieden wurden.
Diese umfassende wissenschaftliche Validierung machte CTC zu einem international anerkannten Modell für effektive kommunale Prävention.
Ankunft und Anpassung in Deutschland: Vom Modellprojekt zur Bewegung
Aufbauend auf den Erfolgen in den USA wurde CTC ab 2008/2009 im Rahmen des EU-Modellprojekts „Social Prevention In Networks“ (SPIN) nach Deutschland übertragen. Federführend war der Landespräventionsrat (LPR) Niedersachsen. Eine zentrale Aufgabe war die Anpassung des Systems an den deutschen Kontext. Dies umfasste:
- Strukturelle Anpassung: Anders als in den USA, wo oft auf ehrenamtliche Strukturen gesetzt wird, baut CTC in Deutschland in der Regel auf bestehende professionelle Netzwerke und Verwaltungsstrukturen in den Kommunen auf und erweitert diese gezielt.
- Kulturelle und sprachliche Adaption: Die Schulungsmaterialien und Instrumente, insbesondere der CTC-Jugendsurvey, wurden übersetzt und kultursensibel angepasst. Die Validität des deutschen Surveys wurde wissenschaftlich überprüft.
- Entwicklung der „Grünen Liste Prävention“: Da ein Äquivalent zum US-amerikanischen Register „Blueprints for Healthy Youth Development“ fehlte, entwickelte der LPR ab 2011 das Online-Register „Grüne Liste Prävention“. Dieses frei zugängliche Register bewertet deutschsprachige Präventionsprogramme nach wissenschaftlichen Kriterien und unterstützt Kommunen bei der Auswahl geeigneter, evidenzbasierter Maßnahmen.
Nach einer erfolgreichen Erprobung in mehreren niedersächsischen Kommunen und einer Machbarkeitsstudie wurde CTC ab 2013 in Niedersachsen etabliert. Was als Modellprojekt begann, entwickelte sich zu einer breiteren Bewegung.
CTC heute in Deutschland: Verbreitung, Forschung und Ausblick
Heute arbeiten über 50 Kommunen (Städte, Landkreise, Stadtteile) in verschiedenen Bundesländern mit dem CTC-Ansatz. Seit 2018 unterstützt die Transferstelle CTC, getragen von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) und der FINDER Akademie (bis 2023 durch den Deutschen Präventionstag), die bundesweite Verbreitung und Qualitätssicherung.
Auch in Deutschland wird die Wirksamkeit von CTC wissenschaftlich untersucht. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte CTC-EFF-Studie (2021-2023) untersuchte in einem quasiexperimentellen Design mit 21 gematchten Kommunenpaaren (38 Kommunen in der Baseline-Analyse), ob sich die positiven Effekte aus den USA hierzulande replizieren lassen. Es ist die erste kontrollierte Wirksamkeitsstudie zu CTC in Deutschland, und sein Erhebungszeitraum fiel vollständig in die Pandemiejahre – das prägt die Befunde:
- Auf der Programmebene hat sich die Zahl der umgesetzten evidenzbasierten Programme in den CTC-Kommunen mehr als verdoppelt (3,57 auf 8,57 je 10.000 Einwohner); in den Vergleichskommunen war der Anstieg im Haupttest nicht signifikant, zum Endzeitpunkt unterscheiden sich beide Gruppen allerdings nicht signifikant voneinander (Decker et al. 2025).
- Auf der Systemebene ist innerhalb dieses Zeitraums noch kein Effekt nachweisbar – weder bei der Übernahme eines wissenschaftsbasierten Präventionsansatzes noch bei der Zusammenarbeit. Die Umsetzung kam pandemiebedingt kaum voran, und anders als in der US-Studie war in den deutschen Kommunen keine Koordinierungsstelle finanziert. Hinzu kommt, dass die CTC-Kommunen zu Beginn bereits vorn lagen – CTC läuft hier seit 2009 – und auf diesem Niveau blieben, während die Vergleichskommunen leicht aufholten. Die Autoren lesen das ausdrücklich nicht als Beleg für Unwirksamkeit, sondern als Hinweis, dass Systemveränderung mehr Umsetzungsfortschritt und eine längere Beobachtung braucht (Röding et al. 2026).
- Eine höhere kommunale Kapazität (Community Capacity) – also das Leistungsvermögen einer Kommune im Bereich Prävention, das durch CTC gestärkt werden soll – steht im Zusammenhang mit geringerem Substanzkonsum bei Jugendlichen.
- Die Studie identifizierte auch Herausforderungen für die Implementation, wie z.B. die Sicherstellung ausreichender Ressourcen (insbesondere für die CTC-Koordination), gute Kommunikation im Team, die Integration neuer Mitglieder und die Notwendigkeit kontinuierlicher Unterstützung und Schulung. Die COVID-19-Pandemie stellte eine zusätzliche Herausforderung dar, die die Implementation in vielen Kommunen verlangsamte.
Basierend auf diesen Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen für die Praxis entwickelt, um die Implementation von CTC weiter zu verbessern. Der Erkenntnisgewinn liegt damit bislang vor allem bei den Gelingensbedingungen. Ob CTC die deutsche Präventionslandschaft nachhaltig verändert, ist mit dem bisherigen Beobachtungszeitraum nicht entschieden; der Nachweis von System- und Verhaltenseffekten in Deutschland ist Gegenstand laufender Forschung. Für die Praxis gilt zugleich: Die sozialräumliche Steuerung setzt dort an, wo die Belastung am höchsten ist – damit auch die am stärksten belasteten Familien innerhalb eines Quartiers erreicht werden, braucht es ergänzend niedrigschwellige und aufsuchende Angebote. Der Ansatz entwickelt sich weiter, beispielsweise durch die Adaptation für das Setting Schule („Schools That Care“ – STC und Weitblick).
Über Deutschland hinaus wird CTC in weiteren europäischen Ländern umgesetzt und erforscht. Die europäische Schwesterseite communities-that-care.eu zeigt, wo der Ansatz in Europa läuft, welche Studien dazu vorliegen und welche Projekte die Länder verbinden.
Mehr Hintergrund entdecken.
Theoretische Grundlagen
Risiko- und Schutzfaktoren, das Modell der Sozialen Entwicklung – die wissenschaftliche Basis von CTC im Detail.
LesenStudien263 wissenschaftliche Publikationen
Deutsche und englische Forschungsarbeiten zu Wirkung und Implementierung von Communities That Care.
Zur BibliothekAktuellMagazin
Beiträge aus Forschung, Praxis und Interviews mit Menschen, die CTC vor Ort umsetzen.
LesenBeweiskraft
Wie sicher eine Aussage über die Wirkung ist – nicht, wie groß die Wirkung ausfällt. Das GRADE-System fasst darunter das Vertrauen in die Schätzung eines Effekts und stuft es danach ab, wie wahrscheinlich weitere Forschung dieses Vertrauen verändern würde. Die Grüne Liste Prävention beurteilt die Beweiskraft eigenständig neben dem Studiendesign und macht sie von Gruppengrößen, der Zahl der Studien und dem Vorliegen deutschsprachiger Befunde abhängig.
Blueprints for Healthy Youth Development
Evidenzregister des Institute of Behavioral Science an der University of Colorado Boulder, das Präventions- und Förderprogramme nach vier Kriterien prüft: Klarheit der Beschreibung, Qualität der Evaluation, nachgewiesene Wirkung und Verbreitungsreife. Es vergibt drei Stufen – „Promising“ ab einer hochwertigen randomisiert-kontrollierten Studie oder zwei quasi-experimentellen Untersuchungen, „Model“ ab zwei starken Studien mit mindestens zwölf Monaten anhaltender Wirkung und „Model Plus“ zusätzlich bei unabhängiger Replikation. Für den deutschsprachigen Raum ist die Grüne Liste Prävention das Gegenstück.
Bundeskinderschutzgesetz
Gesetz zur Stärkung eines aktiven Kinderschutzes (BKiSchG), in Kraft seit 1. Januar 2012. Stärkt Prävention, Frühe Hilfen und die Vernetzung im Kinderschutz – ein förderlicher Rahmen für kommunale Präventionsansätze wie CTC.
Community Youth Development Study
Randomisierte kontrollierte Studie zur Wirksamkeit von CTC (24 US-Kommunen in sieben Bundesstaaten, 4.407 Jugendliche). Sie belegt anhaltende Reduktionen von Substanzkonsum, antisozialem Verhalten und Gewalt bis ins junge Erwachsenenalter.
CTC-Kinder- und Jugendbefragung
Anonyme Schülerbefragung, mit der eine Kommune in Phase 3 misst, wie verbreitet Risiko- und Schutzfaktoren sowie Problemverhalten unter den Jugendlichen im Gebiet sind. Eine für Deutschland angepasste Fassung ist seit 2008 im Einsatz; an 1.911 Jugendlichen der Klassen 6 bis 11 in Niedersachsen erwiesen sich die 23 Risikofaktorskalen als weitgehend eindimensional und gültig. Wiederholt alle zwei Jahre, zeigt sie, ob sich die vorrangigen Faktoren bewegt haben.
Effektstärke
Maßzahl für die Größe eines Unterschieds, unabhängig vom Umfang der Stichprobe. In der Prävention üblich ist Cohen's d: die Differenz der Mittelwerte, geteilt durch die Streuung. Anders als der p-Wert sagt die Effektstärke etwas über das Ausmaß der Wirkung aus und macht Studien untereinander vergleichbar; die Grüne Liste Prävention verlangt sie deshalb für Studien mit Kontrollgruppe.
Entwicklungsmodell nach Veerman und van Yperen
Vier Stufen statt der Zweiteilung in wirksam und unwirksam: Ein Programm ist zunächst nur beschrieben, dann theoretisch begründet, dann liegen erste Hinweise aus der Praxis vor, zuletzt kausale Belege. Je niedriger die Stufe, desto freier lässt sich der Evaluationsentwurf wählen; für eine kausale Aussage kommen nur Entwürfe in Betracht, die eine solche zulassen. Das Bewertungsschema der Grünen Liste Prävention folgt diesem Modell.
Follow-up
Erneute Messung nach Abschluss eines Programms. Sie zeigt, ob eine Wirkung anhält oder nur während der Maßnahme sichtbar war. Die Standards der Society for Prevention Research verlangen mindestens eine Langzeitmessung in angemessenem Abstand zum Ende der Intervention und halten sechs Monate für das sinnvolle Mindestmaß; die Grüne Liste Prävention setzt denselben Abstand an und erwartet, dass bis dahin mindestens ein positiver Effekt fortbesteht.
Frühe Hilfen
Lokale und regionale Unterstützungssysteme mit aufeinander abgestimmten Angeboten ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren, mit Schwerpunkt auf den null- bis dreijährigen Kindern. Sie verbinden ein Angebot für alle Familien mit gezielter Hilfe bei Belastungen und setzen auf die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen, Jugendhilfe und bürgerschaftlichem Engagement. Die Begriffsbestimmung stammt vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen.
Gebietsteam
Operatives Gremium im CTC-Prozess: In ihm sollen die wichtigsten örtlichen Einrichtungen und Fachkräfte – Jugendhilfe, Schule, Gesundheit, Polizei, Zivilgesellschaft – vertreten sein. Es analysiert die lokalen Daten und entscheidet über Prioritäten und Maßnahmen.
Gemeinwesenarbeit
Klassisches Arbeitsprinzip und Fachkonzept der Sozialen Arbeit (englisch: Community Organizing): aktivierend, beteiligungs- und ressourcenorientiert, bereichsübergreifend am Sozialraum ansetzend. Disziplinäre Heimat kommunaler, koalitionsbasierter Präventionsansätze wie CTC.
Art. 1 GG
Menschenwürde: Grundlage der Verfassung und aller Grundrechte. Sie gilt für jeden Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Leistung.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Art. 1 Abs. 1 GG)
Art. 2 GG
Freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“ (Art. 2 Abs. 1 GG) „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG)
Art. 20a GG
Staatsziel Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere, ausdrücklich auch in Verantwortung für künftige Generationen.
„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ (Art. 20a GG)
Art. 3 GG
Gleichheit vor dem Gesetz, Gleichberechtigung von Frauen und Männern und das Verbot, jemanden wegen bestimmter Merkmale zu benachteiligen.
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ (Art. 3 Abs. 1 GG) „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 3 Abs. 3 GG)
Art. 5 GG
Meinungsfreiheit: das Recht, die eigene Meinung zu äußern und sich frei zu informieren.
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG)
Grüne Liste Prävention
Vom Landespräventionsrat Niedersachsen gepflegtes Online-Register wirksam evaluierter Präventionsprogramme, dokumentiert mit den jeweils adressierten Risiko- und Schutzfaktoren. CTC-Kommunen wählen daraus passende, geprüfte Programme aus.
KMK-Empfehlung Demokratiebildung
Beschluss der Kultusministerkonferenz „Demokratie als Ziel, Gegenstand und Praxis historisch-politischer Bildung und Erziehung in der Schule“ vom 06.03.2009 in der Fassung vom 11.10.2018. Kein Gesetz, aber die gemeinsame Leitlinie der Länder für die Schulen.
„In einer Schule als Ort gelebter Demokratie werden die Würde des jeweils anderen großgeschrieben, Toleranz und Respekt gegenüber anderen Menschen und Meinungen geübt, Zivilcourage gestärkt, demokratische Verfahren und Regeln eingehalten und Konflikte gewaltfrei gelöst.“ (Abschnitt 2)
Kohortendesign
Beobachtende Anlage: Eine Gruppe wird über die Zeit verfolgt und danach unterschieden, ob sie das Programm erhalten hat oder nicht; zugeteilt wird nicht. Prospektiv beginnt die Beobachtung in der Gegenwart und läuft in die Zukunft, retrospektiv wird ein bereits abgeschlossener Verlauf ausgewertet. Weil sich die Gruppen von vornherein unterscheiden können, bleibt die Gefahr verdeckter Störgrößen größer als im Zufallsversuch.
Kontrollgruppe
Gruppe, die das Programm nicht erhält und damit zeigt, wie sich die Teilnehmenden ohne das Programm vermutlich entwickelt hätten. Dieser Vergleichsmaßstab lässt sich nie beobachten, sondern nur schätzen; der Effekt ist die Differenz zwischen dem, was geschah, und dem, was ohne die Maßnahme geschehen wäre. Ohne Vergleichsgruppe bleibt offen, ob eine Veränderung auf das Programm oder auf Reifung, Vorerfahrung und zeitgleiche Einflüsse zurückgeht.
Landespräventionsrat Niedersachsen
1995 durch Beschluss der Landesregierung eingerichtetes Netzwerk aus rund 270 Mitgliedern – kommunale Präventionsräte, Verbände, Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen; die Geschäftsstelle liegt im Niedersächsischen Justizministerium. Der Rat berät Kommunen und Land in Fragen der Gewalt- und Kriminalprävention, fördert Projekte und entwickelt Instrumente. Er hat 2011 die Grüne Liste Prävention aufgelegt und führt Communities That Care in Deutschland ein.
Lebenslagenansatz
Armuts- und Sozialbegriff, der die Lage eines Menschen nicht am Einkommen allein festmacht, sondern am Zusammenspiel von Wohnen, Ernährung, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Teilhabe. Der Blick richtet sich auf die Spielräume, die jemand in diesen Bereichen tatsächlich hat. Die Armuts- und Reichtumsberichterstattung des Bundes ist nach diesem Verständnis aufgebaut.
Manualisierung
Ein Programm ist manualisiert, wenn eine schriftliche Handlungsanleitung festlegt, was wann mit wem geschieht; erst das macht es andernorts wiederholbar und überhaupt überprüfbar. Wie genau die Anleitung eingehalten wird, entscheidet mit über den Erfolg: Eine Auswertung von knapp 500 Studien fand bei sorgfältiger Umsetzung im Mittel mindestens zwei- bis dreimal so große Effekte. Die Grüne Liste Prävention verlangt deshalb verfügbare Manuale, Schulungen und Instrumente zur Qualitätskontrolle.
Meta-Analyse
Statistisches Verfahren, das die Ergebnisse mehrerer Studien zur selben Frage in einer gemeinsamen Schätzung zusammenfasst. Jede Studie geht mit einem Gewicht ein, das ihrer Genauigkeit entspricht, und die Streuung zwischen den Studien wird eigens ausgewiesen. Eine Meta-Analyse ist nur so gut wie die Untersuchungen, die sie bündelt – veröffentlichte Befunde sind systematisch positiver als unveröffentlichte.
Positive Jugendentwicklung
Stärkenorientierter Ansatz (Positive Youth Development), der Kompetenz, Bindung, Selbstwirksamkeit und prosoziale Normen fördert. Aus derselben Forschungstradition wie CTC – Prävention als Förderung gelingender Entwicklung, nicht nur als Problemverhütung.
Prävalenz
Anteil der Personen in einer Bevölkerung, auf die ein Merkmal zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem bestimmten Zeitraum zutrifft – eine Erkrankung, ein Verhalten oder ein Risikofaktor. Zu unterscheiden ist sie von der Inzidenz, die nur die neu hinzukommenden Fälle in einem Zeitraum zählt. Die CTC-Kinder- und Jugendbefragung liefert Prävalenzen für die Jugendlichen im Gebiet und stellt sie einem Vergleichswert gegenüber.
Universelle, selektive und indizierte Prävention
Einteilung nach der Zielgruppe, nicht nach dem Zeitpunkt. Universelle Angebote richten sich an eine ganze Bevölkerungsgruppe, ohne dass ein individuelles Risiko festgestellt wurde; selektive an Teilgruppen, deren Risiko deutlich über dem Durchschnitt liegt; indizierte an einzelne junge Menschen mit ersten Anzeichen, die noch keine Diagnose rechtfertigen. CTC arbeitet universell und selektiv.
Präventionskette
Kommunale Strategie, die vorhandene Angebote aus Gesundheit, Bildung, Jugendhilfe und Sozialem so verknüpft, dass Kinder und Familien von der Schwangerschaft bis zum Berufseinstieg ohne Bruch begleitet werden. Bekannt wurde der Begriff durch das 2011 von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Stiftung gestartete Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen!“ mit 18 Kommunen. Anders als Communities That Care setzt der Ansatz an den Übergängen im Lebenslauf an, nicht an gemessenen Risiko- und Schutzfaktoren.
Primäre, sekundäre und tertiäre Prävention
Einteilung nach dem Zeitpunkt des Eingreifens. Primäre Prävention setzt an, bevor eine Störung auftritt, und senkt die Zahl neuer Fälle; sekundäre verkürzt die Dauer bereits begonnener Verläufe durch frühes Erkennen und Behandeln; tertiäre mindert die Beeinträchtigungen, die aus einer Störung zurückbleiben. In die Grüne Liste Prävention kommen nur primär- und sekundärpräventive Programme, weil das der Ausrichtung von CTC entspricht.
Quasi-experimentelles Design
Untersuchungsanlage mit Vergleichsgruppe, aber ohne Zufallszuteilung: Wer das Programm erhält, ergibt sich aus der Praxis. Im Feld ist das oft die einzige machbare Variante, verlangt aber zusätzliche Vorkehrungen wie mehrere Messzeitpunkte, statistische Kontrolle oder eine gestufte Einführung, weil sich Programm- und Vergleichsgruppe systematisch unterscheiden können.
Randomisiert-kontrollierte Studie
Untersuchung, in der die Teilnehmenden per Zufall der Programm- oder der Vergleichsbedingung zugelost werden. Weil der Zufall die Gruppen im Mittel vergleichbar macht, lassen sich Unterschiede am Ende eher auf das Programm zurückführen als auf vorbestehende Unterschiede. Die Standards der Society for Prevention Research verlangen für einen Wirksamkeitsnachweis mindestens zwei methodisch strenge Studien mit übereinstimmend positiven Befunden und mindestens einer signifikanten Langzeitmessung.
Risikofaktoren
Empirisch belegte Bedingungen in Individuum, Familie, Schule und Gemeinwesen, die die Wahrscheinlichkeit späteren Problemverhaltens erhöhen. CTC senkt gezielt jene Risikofaktoren, die in einem Sozialraum erhöht sind – mit erprobten Programmen.
Salutogenese
Von Aaron Antonovsky geprägtes Konzept, das nach den Entstehungsbedingungen von Gesundheit fragt (statt nur nach Krankheitsursachen). Präventionsansätze wie CTC zielen im salutogenen Sinn auf die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden.
Schlüsselpersonen
Die Führungsebene, die einen CTC-Prozess mandatiert und finanziert: Bürgermeisterin oder Landrat, die Leitungen von Schulverwaltung, Jugendamt, Polizei und Gesundheitswesen sowie die Personen, die über Haushaltsmittel entscheiden. Sie sagen zu Beginn öffentlich zu, berufen das Gebietsteam, nehmen Gebietsprofil und Aktionsplan entgegen und billigen die Prioritäten. Von ihnen zu unterscheiden ist das Gebietsteam, das die Daten auswertet und den Plan schreibt.
Schutzfaktoren
Merkmale in Individuum, Familie, Schule und Gemeinwesen, die eine gesunde Entwicklung begünstigen und die Wirkung von Risikofaktoren abpuffern. CTC erhebt und stärkt sie gezielt – nicht nur die Senkung von Risikofaktoren.
§ 20a SGB V
Rechtsgrundlage der gesetzlichen Krankenkassen für Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten (Kita, Schule, Kommune, Pflege) – u. a. für den Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen. Eingeführt durch das Präventionsgesetz 2015.
„… mit Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten insbesondere den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen." (§ 20a Abs. 1 SGB V)
SGB VIII
Achtes Buch Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe. Regelt Leistungen und Aufgaben der Jugendhilfe; § 1 verankert einen fördernden, präventiven Auftrag. CTC ist an diese Strukturen anschlussfähig.
„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ (§ 1 Abs. 1 SGB VIII)
§ 22 SGB VIII
Förderungsauftrag von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege: Erziehung, Bildung und Betreuung, ausdrücklich einschließlich der Vermittlung von Werten und Regeln.
„Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein.“ (§ 22 Abs. 3 SGB VIII)
§ 8 SGB VIII
Beteiligungsrecht der Kinder- und Jugendhilfe: Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen. Maßstab für die unmittelbare Partizipation junger Menschen – auch in kommunalen Präventionssystemen wie CTC.
„Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen." (§ 8 Abs. 1 SGB VIII)
Statistische Signifikanz
Ein Befund heißt signifikant, wenn die Daten unter der Annahme, dass es keinen Unterschied gibt, hinreichend unwahrscheinlich wären; üblich ist eine Schwelle von fünf Prozent. Die American Statistical Association hält dazu fest, dass ein p-Wert weder die Größe eines Effekts noch die Bedeutung eines Ergebnisses misst und dass wissenschaftliche wie politische Schlüsse nicht allein davon abhängen sollten, ob er eine Schwelle unterschreitet.
Soziale Entwicklungsstrategie
Die Anwendung des Modells der Sozialen Entwicklung im Alltag: Erwachsene stärken die Bindung von Kindern, indem sie ihnen Gelegenheiten zur Beteiligung geben, die Fähigkeiten vermitteln, diese Gelegenheiten zu nutzen, und ihren Einsatz konkret anerkennen. Aus der Bindung wächst die Bereitschaft, die Normen der Gruppe zu übernehmen. In CTC-Gebieten ist sie Entwicklungsförderung für alle Kinder und ergänzt die Programme für die vorrangigen Risikofaktoren.
Sozialraum
Der lebensweltliche, räumliche Kontext (Quartier, Nachbarschaft, Kommune), in dem Menschen aufwachsen. CTC arbeitet sozialraumbezogen: Es analysiert Belastungen und Ressourcen eines Gebiets und setzt dort an – ohne einzelne Kinder zu etikettieren.
Theory of Change
Ausformulierte Annahme darüber, wie ein Programm wirkt: welche Schritte von der Maßnahme über Zwischenergebnisse zum angestrebten Ziel führen und welche Bedingungen dabei erfüllt sein müssen. Sie entsteht vor der Umsetzung gemeinsam mit den Beteiligten und legt fest, was später gemessen wird. In der Grünen Liste Prävention zählt eine Theory-of-Change-Studie als Evaluationsniveau von einem Stern: Sie prüft die angenommene Wirkkette, nicht die Wirkung gegen eine Kontrollgruppe.
Übertragbarkeit
Die Frage, ob ein anderswo entwickeltes Programm auch hier wirkt. Zwischen Programmtreue und Passung besteht eine Spannung: Eine starre Übernahme geht an der Zielgruppe vorbei, eine freie Anpassung kann gerade die wirksamen Bestandteile entfernen; beides lässt sich nur planvoll und dokumentiert austarieren. Die Grüne Liste Prävention stuft die Übertragbarkeit nach der Zahl deutschsprachiger Studien in vier Grade von gegeben bis unklar ein.
Art. 12 UN-KRK
Berücksichtigung des Kindeswillens: Kinder haben das Recht, in allen Angelegenheiten, die sie betreffen, gehört zu werden.
„Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“ (Art. 12 Abs. 1 UN-KRK)
Art. 2 UN-KRK
Diskriminierungsverbot der UN-Kinderrechtskonvention, in Deutschland seit 1992 geltendes Recht.
„Die Vertragsstaaten achten die in diesem Übereinkommen festgelegten Rechte und gewährleisten sie jedem ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Kind ohne jede Diskriminierung unabhängig von der Rasse, der Hautfarbe, dem Geschlecht, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, einer Behinderung, der Geburt oder des sonstigen Status des Kindes, seiner Eltern oder seines Vormunds.“ (Art. 2 Abs. 1 UN-KRK)
Art. 29 UN-KRK
Bildungsziele der UN-Kinderrechtskonvention: Achtung der Menschenrechte, Frieden, Toleranz, Gleichberechtigung und Achtung vor der Umwelt.
„Die Vertragsstaaten stimmen darin überein, dass die Bildung des Kindes darauf gerichtet sein muss, […] b) dem Kind Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten und den in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätzen zu vermitteln; […] d) das Kind auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft im Geist der Verständigung, des Friedens, der Toleranz, der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Freundschaft zwischen allen Völkern und ethnischen, nationalen und religiösen Gruppen sowie zu Ureinwohnern vorzubereiten; e) dem Kind Achtung vor der natürlichen Umwelt zu vermitteln.“ (Art. 29 Abs. 1 UN-KRK)