Evidenzregister „Grüne Liste Prävention“: Modifikation der Bewertungskriterien auf Basis international relevanter Kategorisierungskonzepte
Gorenoi, V., Bremer, K., & Brender, R.
Zusammenfassung
Einleitung: Das Evidenzregister Grüne Liste Prävention bietet eine Empfehlungsliste von Präventionsprogrammen zur Förderung des gesunden Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen. Zur Aufnahme müssen Kriterien zur Konzept- und Umsetzungsqualität erfüllt sein und mindestens eine wissenschaftliche Evaluationsstudie aus dem deutschsprachigen Raum mit positiven Wirksamkeitsergebnissen vorliegen. Die aufgenommenen Programme werden je nach Aussagekraft der Wirksamkeitsdaten in drei Stufen eingeteilt. Die 2011 erstellten Bewertungskriterien erfordern aufgrund methodischer Weiterentwicklungen eine Modifikation; zudem sollen Kriterien für verhältnispräventive Maßnahmen und Settingansätze erarbeitet werden. Methode: Analysiert wurden die Kategorisierungskonzepte zweier international bedeutsamer Evidenzregister (US-amerikanisches Blueprints-Register, europäisches Xchange-Register) sowie zentraler Institutionen der evidenzbasierten Medizin (IQWiG, Cochrane, GRADE, AHRQ) und Prävention (BZgA, CDC) hinsichtlich einbezogener Studientypen, Evidenzbewertung und Kategorienbezeichnungen. Daraus wurden modifizierte Bewertungskriterien für Einzelstudien, für die Aussagesicherheit des Gesamteffekts und für die Gesamtbewertung abgeleitet. Ergebnisse: Verstärkt einbezogen werden das Verzerrungspotenzial der Ergebnisse sowie Studien- und Analysedesigns der Verhältnisprävention. Bei der Aussagesicherheit werden Verzerrungspotenzial, Ergebniskonsistenz und -präzision, Übertragbarkeit, Nachhaltigkeit der Effekte und Anwendbarkeit für Deutschland betrachtet. Im überarbeiteten Wording werden Interventionen mit höherer Absicherung als Nachweis, solche mit geringerer Absicherung als Potenzial für Wirksamkeit eingestuft (je zwei Unterkategorien). Schlussfolgerung: Die modifizierten Kriterien sollen ein wissenschaftlich aussagesicheres, effizientes Instrument zur Programmeinstufung bereitstellen, eine bessere wirksamkeitsbezogene Auswahl ermöglichen und Anreize für weitere Forschung setzen.
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