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Nr. 20 OKT 2025 Fachpraxis

Fachtagung „Prävention nach Maß“ zieht positive Bilanz

Am 23. September 2025 fand an der Charité Berlin die bundesweite Fachtagung „Prävention nach Maß“ statt. 90 Gäste aus Kommunen, Präventionspraxis und Wissenschaft diskutierten über evidenzbasierte kommunale Präventionsarbeit mit dem System „Communities That Care“ (CTC). Eindrucksvolle Ergebnisse aus 15 Jahren CTC in Deutschland zeigten die hohe Wirksamkeit: Eine Sozialrendite von 12,88 US-Dollar pro investiertem Dollar und bis zu 75% weniger Jugendgewalt. In sechs Werkstätten tauschten sich Teilnehmende über Finanzierungsstrategien, Partizipation und die konkrete Umsetzung aus.

Autor
Maximilian von Heyden
Publiziert
· 2 Min. Lesezeit
Reihe
CTC Magazin
Abb. · Fachpraxis

Am 23. September 2025 fand im Vorfeld der 16. Jahreskonferenz der Europäischen Gesellschaft für Präventionsforschung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin die bundesweite Fachtagung „Prävention nach Maß“ statt. Mit 90 angemeldeten Gästen aus Kommunen, Präventionspraxis und Wissenschaft war die Veranstaltung ein Erfolg und schuf einen wichtigen Resonanzraum für den Dialog über evidenzbasierte kommunale Präventionsarbeit.

Im Zentrum der Tagung stand das Präventionssystem „Communities That Care“ (CTC), das bereits in über 50 deutschen Kommunen z.B. als Instrument der Jugendhilfeplanung erfolgreich eingesetzt wird. Frederick Groeger-Roth (Landespräventionsrat Niedersachsen) und Dr. Dominik Röding (Medizinische Hochschule Hannover) präsentierten eindrucksvolle Ergebnisse aus 15 Jahren CTC in Deutschland und zeigten insbesondere anhand internationaler Studien die hohe Wirksamkeit des Ansatzes – von einer Sozialrendite von 12,88 US-Dollar pro investiertem Dollar bis zu 75% weniger Jugendgewalt in Denver.

Ein Höhepunkt war der Vortrag von PD Dr. Kerstin Paschke vom Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, die aufzeigte, weshalb die Prävention problematischen Medienkonsums über Bildschirmzeit-Debatten hinausgehen muss.

In sechs Werkstätten hatten die Teilnehmenden – darunter auch viele mit CTC arbeitende kommunale Akteure – die Gelegenheit, sich über Finanzierungsstrategien, Partizipation und die konkrete Umsetzung von CTC mit Referierenden aus Wissenschaft (u.a. Prof. Dr. Ulla Walter), kommunaler Jugendhilfeplanung (u.a. Jannis Mouratidis) und Gesetzlicher Krankenversicherung auszutauschen. Besonders die Werkstatt zu Fördermöglichkeiten nach § 20a SGB V stieß auf großes Interesse.

Durch die Verbindung mit der EUSPR-Konferenz zählten auch internationale CTC-Akteure zu den Gästen: Sowohl aus Washington State, wo das Konzept entwickelt wurde, als auch aus anderen europäischen Ländern – zum Beispiel im Rahmen einer OECD-geführten Delegation mit Ministerialvertretern aus dem baltischen Raum.

Die positive Resonanz der Tagung zeigt sich auch in den Entwicklungen danach: Mehrere deutsche Kommunen und Landkreise prüfen derzeit die Einführung von CTC, und in Wien startet ein Stadtteil mit der Implementierung des Systems. Die Fachtagung hat damit Impulse für die weitere Verbreitung evidenzbasierter Präventionsarbeit im deutschsprachigen Raum gesetzt.

Tagungsfilm

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im Auftrag der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention gefördert.

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