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Nr. 27SEP 2026Fachpraxis

Glory-in-Prevention-Award für Communities That Care

Der Landespräventionsrat Niedersachsen ist am 10. September 2026 in Berlin mit dem Glory-in-Prevention-Award ausgezeichnet worden, in der Kategorie „Prävention in Stadt und Land“. Prämiert wurde das Projekt „Communities That Care – Prävention nach Maß“, mit dem rund 45 niedersächsische Kommunen ihre Prävention für Kinder und Jugendliche an Befragungsdaten und wirkungsgeprüften Programmen ausrichten. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen bewertete unter anderem Wirksamkeit und Evidenzbezug, Partizipation und Übertragbarkeit.

Autor
Maximilian von Heyden
Publiziert
· 3 Min. Lesezeit
Reihe
CTC Magazin
Charlotte Wiesenthal und Frederick Groeger-Roth vom Landespräventionsrat Niedersachsen halten Preisskulptur und Urkunde des Glory-in-Prevention-Awards, links daneben Christoph Straub von der Barmer.
Abb. · FachpraxisFoto: Gesundheitsstadt Berlin/Claudia Burger

Das Präventionssystem „Communities That Care“ (CTC) ist in Berlin ausgezeichnet worden. Beim Kongress für Prävention und Langlebigkeit am 10. September 2026 erhielt das Projekt „Communities That Care – Prävention nach Maß“ des Landespräventionsrats Niedersachsen den Glory-in-Prevention-Award in der Kategorie „Prävention in Stadt und Land“. Entgegengenommen haben die Auszeichnung Charlotte Wiesenthal und Frederick Groeger-Roth, der CTC in Deutschland eingeführt hat.

Gewürdigt wird damit ein Verfahren, mit dem Kommunen ihre Prävention für Kinder und Jugendliche an Daten ausrichten statt an Vermutungen. Eine standardisierte Schülerbefragung erhebt zunächst, welche und vor Ort tatsächlich ausgeprägt sind. Aus diesem Befund wählt eine kommunale Koalition aus Verwaltung, Schule, Jugendhilfe, Polizei und Zivilgesellschaft Angebote aus, deren Wirksamkeit wissenschaftlich geprüft ist; die führt davon derzeit 114 aktive Programme. Rund 45 niedersächsische Kommunen arbeiten nach Angaben des Justizministeriums auf diese Weise, bundesweit sind es über 50.

Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann ordnet die Auszeichnung in der Mitteilung des Ministeriums so ein:

„Prävention bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, bevor aus Problemen Straftaten und Gewalt entstehen. Der Landespräventionsrat zeigt mit dem Projekt ‚Communities That Care – Prävention nach Maß‘ eindrucksvoll, wie erfolgreiche Prävention bei Kindern und Jugendlichen aussieht: frühzeitig, gemeinsam und nah an den Kindern und Jugendlichen. Dieses außerordentliche Engagement stärkt nicht nur den Schutz vor Kriminalität, sondern auch das Vertrauen in unseren Rechtsstaat.“

Wer den Preis vergibt

Vergeben wird der Glory-in-Prevention-Award vom Netzwerk Gesundheitsstadt Berlin unter der Schirmherrschaft von Franz Müntefering, in drei Kategorien: „Prävention in Stadt und Land“, „Prävention in der Medizin“ und „Prävention in der Arbeitswelt“. Den Juryvorsitz hat Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen von der Charité; der Jury gehören unter anderem Dr. Johannes Nießen, Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, sowie Prof. Dr. Freia de Bock, Dr. Susanne Johna und Christine Vogler an. Bewertet wurden Wirksamkeit und Evidenzbezug, Innovationsgrad, Partizipation und Empowerment, Übertragbarkeit sowie Sichtbarkeit. Die Ausgezeichneten erhalten eine einjährige Mitgliedschaft im Netzwerk.

Aufschlussreich ist weniger der Preis selbst als das Feld, aus dem er kommt. Gesundheitsstadt Berlin verbindet Wissenschaft, Versorgung und Wirtschaft, und der Kongress verhandelt Prävention als Frage der öffentlichen Gesundheit. Dass dort ein Verfahren aus der kommunalen Kriminalprävention gewinnt, bestätigt eine Entwicklung, die sich auf der Fachtagung „Prävention nach Maß“ an der Charité im September 2025 bereits abzeichnete: Gesundheitsförderung und Kriminalprävention setzen an denselben Risiko- und Schutzfaktoren an und greifen zunehmend auf dieselben Daten und dieselben Programme zurück.

Die Pressemitteilung des Niedersächsischen Justizministeriums vom 11. September 2026 steht unter dem Titel „There is Glory in Prevention“ online; Ausschreibung, Jury und Bewertungskriterien dokumentiert der Kongress für Prävention und Langlebigkeit.

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