Der GKV-Spitzenverband hat am 26. März 2026 ein Positionspapier mit zehn Forderungen für erfolgreiche Prävention beschlossen. Dieser Beitrag ordnet die Forderungen aus kommunaler Perspektive ein und beleuchtet Berührungspunkte mit bestehenden Präventionsansätzen wie Communities That Care.
Die Forschungslage zu Religion als Schutzfaktor ist umfangreich – aber komplexer als es scheint. Meta-Analysen belegen konsistente Zusammenhänge zwischen Religiosität und geringerem Substanzkonsum. Doch konzeptuelle Unschärfen, Messprobleme und blinde Flecken zeigen: Nicht „Religion“ oder „Spiritualität“ schützen, sondern die psychosozialen Mechanismen dahinter – Selbstregulation, soziale Einbindung, moralische Orientierung. Und diese Mechanismen sind nicht an religiöse Kontexte gebunden.
Neue Studie zur Wirksamkeit von Communities That Care bei Gewaltprävention. Forschungssynthese zeigt: 10% weniger Jugendgewalt in CTC-Gebieten. Ergebnisse, Empfehlungen und Einordnung.
Am 23. September 2025 fand an der Charité Berlin die bundesweite Fachtagung „Prävention nach Maß“ statt. 90 Gäste aus Kommunen, Präventionspraxis und Wissenschaft diskutierten über evidenzbasierte kommunale Präventionsarbeit mit dem System „Communities That Care“ (CTC). Eindrucksvolle Ergebnisse aus 15 Jahren CTC in Deutschland zeigten die hohe Wirksamkeit: Eine Sozialrendite von 12,88 US-Dollar pro investiertem Dollar und bis zu 75% weniger Jugendgewalt. In sechs Werkstätten tauschten sich Teilnehmende über Finanzierungsstrategien, Partizipation und die konkrete Umsetzung aus.
Das Kinder- und Jugendhilfegesetz formuliert hohe Ansprüche: Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Doch wie können Jugendämter diese abstrakten Ziele konkret umsetzen? CTC bietet hierauf eine systematische Antwort.
Ein aktueller Forschungsbrief der Washington State Prevention Research Collaborative liefert wichtige Erkenntnisse über positive Kindheitserfahrungen (PCEs) als Grundlage für lebenslange Gesundheit und Wohlbefinden. Die Publikation von Houghten und Kollegen (2025) fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und zeigt konkrete Handlungsansätze für Praktiker und Entscheidungsträger auf – Erkenntnisse, die auch für die deutsche Präventionslandschaft hochrelevant sind.
Eine Evaluation zur Wirksamkeit von Communities That Care in zwei sozial benachteiligten Stadtteilen von Denver mit dem bemerkenswerten Ergebnis einer 75-prozentigen Reduktion der Jugendgewalt und deren Implikationen für die Implementierung kommunaler Präventionsstrategien in deutschen Städten.
Eine Analyse zur Verknüpfung von Communities That Care mit Quartiersmanagement und Städtebauförderung, die zeigt, wie datengestützte Präventionsstrategien und baulich-investive Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung von Sicherheit und Lebensqualität in benachteiligten Stadtteilen durch ressortübergreifende Zusammenarbeit beitragen.
Eine wissenschaftlich fundierte Analyse zur zentralen Führungsrolle des Bürgermeisters bei der kommunalen Prävention und Förderung positiver Jugendentwicklung durch Kooperation zwischen Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft.
Der Artikel beleuchtet den US-Bericht „Blueprint for a National Prevention Infrastructure“ und diskutiert dessen Implikationen für Deutschland. Im Fokus stehen Ansätze zur Stärkung der Präventionsinfrastruktur, Herausforderungen in Governance, Finanzierung und Implementierung sowie die Rolle von „Communities That Care“ (CTC) als Modell für lokale Präventionsarbeit.
Im Interview mit Frederick Groeger-Roth, der Communities That Care (CTC) in Deutschland eingeführt hat: Prävention soll nicht nur gut gemeint, sondern auch nachweislich wirksam sein. „Es wird viel Gutes getan, aber oft fehlt die Koordination – und die Wirkung bleibt unklar“, sagt Groeger-Roth. CTC setzt genau dort an: mit einem datengestützten Ansatz, der lokale Bedürfnisse systematisch erhebt und evidenzbasierte Programme zur Anwendung bringt. Groeger-Roth ist überzeugt: „Wenn wir wissen, was Kinder und Jugendliche wirklich brauchen, können wir Ressourcen gezielter einsetzen – und genau das tut CTC.“ Seine Arbeit hat nicht nur in Niedersachsen Strukturen verändert, sondern durch eine bundesweite Wirksamkeitsstudie auch wissenschaftlich belegt: Prävention kann wirken – wenn man sie ernst nimmt.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat in seiner 2025 veröffentlichten Handreichung „Planungstools für den Aufbau integrierter kommunaler Strategien in der Gesundheitsförderung“ Communities That Care (CTC) als evidenzbasiertes Präventionskonzept anerkannt. Die Handreichung beschreibt 36 Planungstools für die kommunale Gesundheitsförderung und hebt bei CTC insbesondere den spezifischen Fokus auf Kinder und Jugendliche, die systematische Bedarfsanalyse sowie die evidenzbasierte Auswahl von Präventionsmaßnahmen hervor. Für Kommunen bietet die Implementierung von CTC durch die Finanzierungsmöglichkeiten des Präventionsgesetzes eine praktikable Option zur Stärkung evidenzbasierter kommunaler Präventionsarbeit im Rahmen des ÖGD-Pakts.
Der Kölner Masterplan für kommunale Sicherheit zeigt beispielhaft, wie datenbasierte Analysen zur gezielten Prävention beitragen können. Statt ganze Stadtteile pauschal zu problematisieren, fokussiert der Ansatz sogenannte Mikrosegmente – also kleinräumige Orte mit erhöhter Problemdichte. In diesen Bereichen werden gezielte Maßnahmen entwickelt und evidenzbasiert umgesetzt.
Communities That Care (CTC) hat in Schweden bemerkenswerte Erfolge bei der Prävention von Problemen junger Menschen erzielt. Birgitta Månsson, CTC-Trainerin aus Schweden, teilt ihre Erfahrungen mit der Implementierung dieses Ansatzes in schwedischen Gemeinden, insbesondere in Malmö. Das Herzstück bildet die Soziale Entwicklungsstrategie (SDS), die systematisch in Gemeinschaften verankert wurde. Der Ansatz basiert auf sechs Grundpfeilern: wissenschaftliche Fundierung, Fokus auf Ursachen statt Symptome, lokale Anpassung, Auswahl wirksamer Programme, Gemeinschaftsmobilisierung und Förderung von Bindungen. In einem CTC-Gebiet konnten nach nur zwei Jahren 18 von 24 Risikofaktoren reduziert werden – ein deutlicher Beleg für die Wirksamkeit dieses gemeinschaftsbasierten Präventionsansatzes.
Der Erfolg von Communities That Care (CTC), einem evidenzbasierten Ansatz zur Prävention von Substanzkonsum und Gewalt bei Jugendlichen, hängt maßgeblich von der Qualität der Umsetzung ab. Dieser Beitrag stellt acht entscheidende Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche CTC-Implementation vor, basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen und praktischen Erfahrungen.
Die Positive Jugendentwicklung (PYD) bietet einen vielversprechenden Rahmen für die kommunale Prävention- und Gesundheitsförderung. Anders als traditionelle Ansätze, die sich primär auf die Reduzierung von Risikoverhalten konzentrieren, verfolgt PYD eine ganzheitliche Strategie, die die Stärken junger Menschen fördert. Toumbourou et al. (2023) liefert überzeugende Belege für die internationale Wirksamkeit dieses Ansatzes. Für Kommunen besonders relevant sind die fünf Schlüsselbereiche: Kompetenz, Selbstvertrauen, Bindung, prosoziale Normen und Anpassungsfähigkeit. Programme, die diese Bereiche fördern, zeigen signifikante Erfolge bei der Reduzierung von Problemverhalten und der Förderung positiver Entwicklungsergebnisse. Dieser Beitrag stellt die theoretischen Grundlagen, internationale Wirksamkeitsnachweise und praktische Implementierungsstrategien vor.
Die australische CTC-Intervention zur Alkoholprävention bei Jugendlichen zeigt eine hohe Wirtschaftlichkeit. Jeder investierte Dollar generiert einen Nutzen von 2,60 AUD. Hauptfaktor für Kosteneinsparungen ist die Reduktion von Kriminalität und Gewalt. Dies unterstreicht die breite gesellschaftliche Relevanz und den ökonomischen Mehrwert kommunaler Präventionsansätze wie Communities That Care (CTC).
In der Prävention und Gesundheitsförderung existiert eine Vielzahl an Maßnahmen für Kinder und Jugendliche. Eine Möglichkeit, den Akteurinnen und Akteure evidenzbasiertes Handeln in der Praxis zu erleichtern, sind online verfügbare Evidenzregister mit passgenauen wirksamkeitsgeprüften Maßnahmen. Die Grüne Liste Prävention ist ein solches Register und bietet eine Übersicht zu wirksamkeitsgeprüften Programmen in Deutschland, aktuell mit dem Fokus auf psychosoziale Gesundheit.
Standardisierte Präventionssysteme wie Communities That Care stehen in der sozialpädagogischen Praxis oft unter Verdacht: zu defizitorientiert, zu wenig lebensweltnah, zu stark vorstrukturiert, beziehungsfeindlich. Dieser Beitrag analysiert das Spannungsfeld zwischen Sozialer Arbeit und CTC und zeigt, dass viele dieser Widersprüche auf einer verkürzten Wahrnehmung beruhen. CTC adressiert über das Social Development Model explizit Schutzfaktoren und positive Entwicklungsbedingungen; die lokalen Gebietsteams treffen ihre Prioritäten partizipativ und im Dialog mit kommunalen Akteurinnen und Akteure; die Survey-Daten dienen als Dialoggrundlage, nicht als alleiniges Entscheidungskriterium. Lebensweltorientierung, Ressourcenorientierung und Evidenzbasierung sind keine Gegensätze, sondern können sich ergänzen – wenn der fachliche Dialog zwischen Sozialer Arbeit und Public-Health-Perspektive gelingt.
Der Artikel vergleicht zwei bedeutende Ansätze kommunaler Präventionsstrategien: Communities That Care (CTC) und Präventionsketten. Beide Konzepte zielen darauf ab, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung umfassend zu fördern und Problemverhalten vorzubeugen. CTC basiert auf dem Social Development Model und zeichnet sich durch einen datengestützten, evidenzbasierten Ansatz aus. Die Soziale Entwicklungsstrategie (SDS) bildet dabei das durchgängige Handlungsprinzip, das weit über die reine Implementierung von Programmen hinausgeht. Aktuelle Befragungsdaten aus einer mittelgroßen deutschen Stadt belegen die sozialen Gradienten bei Risiko- und Schutzfaktoren sowie bei problematischen Verhaltensweisen – Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischem Status sind deutlich stärker von Risikofaktoren betroffen und verfügen über weniger Schutzfaktoren.
Intersektorale Zusammenarbeit, Evidenzbasierung und nachhaltige Implementation sind zentrale Herausforderungen in der kommunalen Gesundheitsförderung. Diese adressiert das internationale Präventionssystem „Communities That Care“ (CTC). CTC zielt mit einer systemischen Mehr-Ebenen-Strategie auf die Prävention von Alkohol- und Drogenmissbrauch, Gewalt, Delinquenz, Schulabbruch und depressiven Symptomen bei Heranwachsenden. Das in den USA entwickelte, evidenzbasierte und kosteneffektive Präventionssystem wurde nach Deutschland transferiert; die Kosteneffektivität wird derzeit in einer Replikationsstudie überprüft.
Im Gespräch mit Monika Kunisch, Geschäftsführerin des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung in Mecklenburg-Vorpommern, werden die Potenziale und die praktische Umsetzung von Communities That Care in der kommunalen Präventionsarbeit beleuchtet.
Staatsanwältin Christine Liermann spricht mit Prof. Dr. Klaus Wahl (Aggressionsforschung) über wirksame Strategien zum Schutz junger Menschen vor extremistischen Ideologien. Erfahren Sie im Podcast, warum sozial-emotionale Förderung in Kitas und Grundschulen so entscheidend ist und welche Rolle archaische Emotionen spielen.
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